Wohnungsbrand Stetten

Dachstuhl

Einsatznummer: 84
Datum: 27.10.2014
Alarmzeit: 11:15 Uhr
Schleife(n): 856 (Gesamtwehr)
Gemeldete Lage: Wohnungsbrand/ Personen im Haus
Eingesetzte Fahrzeuge: ELW 1, TLF 16/25, LF 16, DLK 23/12, LF 16 TS, WLF + AB SLM, MZF, MZF Pritsche
Eingesetzte Kräfte: 1/29
Anwesende Stellen:

FF Karlstadt, FF Stetten, FF Heßlar, FF Mühlbach, FF Karlburg,
FF Thüngen, FF Eußenheim, MSP 1, MSP 3, Polizei, BRK

Einsatzbericht:
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Bericht Mainpost:

Die Rauchsäule war weithin zu sehen: In Stetten ist am späten Montagvormittag ein Wohnhaus in Flammen aufgegangen. Obwohl die Feuerwehren schnell vor Ort und mit einem Großaufgebot im Einsatz waren, konnten sie nicht verhindern, dass das gesamte erste Stockwerk und der Dachstuhl komplett zerstört wurden. Zwei Bewohner wurden bei dem Brand leicht verletzt. Die Polizei schätzt den Schaden auf 200 000 Euro.

Das Feuer war gegen 11.15 Uhr von einem der Männer entdeckt worden, die in dem Gebäude in der Brückbergstraße zur Miete leben. Er befürchtete jedoch, dass man ihn wegen seiner schlechten Deutsch-Kenntnisse bei Polizei oder Feuerwehr nicht verstehen würde – und so rannte er zum Besitzer des Hauses, der ganz in der Nähe wohnt. Als dieser den Rauch sah, der aus dem Küchenfenster quoll, alarmierte er sofort die Feuerwehr.

Die ersten Wehren, die ausrückten, waren die aus Stetten, Thüngen und Karlstadt. Kreisbrandrat Manfred Brust, der den gesamten Einsatz leitete, alarmierte noch während der Anfahrt die Feuerwehr aus Heßlar zur zusätzlichen Wasserversorgung nach. Als Brust das ganze Ausmaß des Brandes sah, beorderte er auch noch die Kameraden aus Eußenheim, Mühlbach und Karlburg nach Stetten. Insgesamt waren rund 115 Einsatzkräfte vor Ort, darunter auch das Rote Kreuz.

Die Polizei geht derzeit davon aus, dass das Feuer in der Küche ausgebrochen ist. Offenbar hatte einer der Bewohner Pommes Frites zubereiten wollen und dazu eine Friteuse eingeschaltet. Die genaue Brandursache steht allerdings noch nicht fest. Die Kriminalpolizei Würzburg hat die weiteren Ermittlungen aufgenommen.

Von der Küche aus bahnten sich die Flammen ihren Weg. Sie breiteten sich in der ersten Etage aus, griffen dann aufs oberste Stockwerk über und setzten schließlich den kompletten Dachstuhl in Brand. Es war ein hartes Stück Arbeit, ehe die Wehren das Feuer unter Kontrolle hatten. Das Löschen war jedoch nicht ihre einzige Aufgabe: Sie mussten auch das benachbarte Wohnhaus abschirmen, das zuvor evakuiert worden war.

Gefahr durch Stromleitung

Die Bewohner des brennenden Hauses konnten sich selbst ins Freie retten. Drei waren zum Unglückszeitpunkt darin gewesen, zwei von ihnen – der eine 21, der andere 33 Jahre alt – mussten nach dem Einatmen von Rauch ins Krankenhaus gebracht werden.

Was die Arbeit der Feuerwehr zusätzlich erschwerte, war die überirdische Stromleitung, die auf Höhe der Dächer verläuft. Um kein Risiko einzugehen, wurde der Strom mit Hilfe der Energieversorgung abgeschaltet. Da das brennende Haus zunächst nicht einzeln vom Netz genommen werden konnte, waren mehrere Haushalte in Stetten für einige Zeit ohne Strom. Als die Flammen gelöscht waren, war der Einsatz für die Feuerwehren noch lange nicht beendet. Drei Atemschutztrupps mit insgesamt sechs Mann kümmerten sich darum, Glutnester zu bekämpfen, damit der Brand nicht von Neuem entfacht werden konnte.

Das Feuer in Stetten hatte auch Auswirkungen auf den Straßenverkehr: Die Ortsverbindung von Stetten nach Eußenheim war während der Löscharbeiten komplett gesperrt.

Update:

Bericht Mainpost, 20.11.2014

Erhitztes Fett die Brandursache

Wohnhaus in Stetten

Nach dem Brand eines kombinierten Wohn- und Bürogebäudes in Stetten führten die Ermittlungen der Kriminalpolizei Würzburg jetzt zu ersten Ergebnissen. Nach derzeit vorliegenden Erkenntnissen war erhitztes Fett auf einer Kochstelle für den Ausbruch des Brandes ursächlich. Gegen einen 21-Jährigen wird jetzt wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.

Wie berichtet, war der Brand am 27. Oktober gegen 11.15 Uhr in der Brückbergstraße gemeldet worden. Ein Großaufgebot der Feuerwehr war rasch vor Ort, konnte jedoch nicht mehr verhindern, dass die erste Etage und das Dachgeschoss des Gebäudes komplett zerstört wurden. Zwei Männer im Alter von 21 und 33 Jahren mussten in Krankenhäuser gebracht werden, weil sie Rauchgase eingeamtet hatten.

Die Löscharbeiten der Feuerwehr haben sich noch bis in die Nachmittagsstunden hingezogen. Die Kriminalpolizei Würzburg übernahm die weiteren Ermittlungen zur genauen Brandursache. Mittlerweile hat sich herauskristallisiert, dass der 21-jährige Verletzte, der auch Bewohner eines Zimmers in dem Gebäude war, Fett in einer Pfanne erhitzt hatte, das sich entzündete. Der Sachschaden wird auf 200 000 Euro geschätzt.